Kopfschmerzen nach Weingenuss – manchmal sind Sulfite schuld

sulfite im weinNach einem weinseligen Abend treten nicht selten Kopfschmerzen, gern in Begleitung von Übelkeit auf. Mit Katerstimmung hat das aber nicht immer etwas zu tun – es sei denn, es wurde zu viel durcheinander getrunken, wie das bei einer Weinprobe oft der Fall ist. Empfindliche Menschen reagieren bereits nach einem Glas Wein mit Kopfschmerzen und Übelkeit, Lebensmittelintoleranzen und Allergien treten auf. Und das fast unmittelbar nach dem Genuss. Das liegt nicht unbedingt daran, dass es sich um einen minderwertigen Wein handelt, sondern daran, dass in jedem Wein Schwefeldioxid und Sulfite enthalten sind.

Ohne Schwefeldioxid geht es nicht

Winzer setzen ihrem Wein Schwefeldioxid zu und das aus gutem Grund: Die Oxidation und damit eine unappetitlich braune Verfärbung des Rebensafts wird dadurch verhindert. Das Schwefeldioxid wirkt als Konservierungsmittel und sorgt außerdem dafür, dass die gesundheitsfördernden Polyphenole im Wein erhalten bleiben. Wird das Schwefeldioxid in Wasser gelöst, entstehen dabei Salze, die sogenannten Sulfite. In geringen Mengen sind Sulfite im Wein gesundheitlich unbedenklich. EU-Vorschriften geben die Richtung vor. Pro Liter Wein dürfen nicht mehr als 10 mg Schwefeldioxid enthalten sein. Auch die Mengen, die pro Flasche Wein zulässig sind, sind per EU-Richtlinie festgehalten. Wird der vorgeschriebene Gehalt an Schwefeldioxid überschritten, muss das ganz klar auf dem Etikett deklariert sein, damit empfindliche Menschen diese Weine nicht konsumieren.

Allergiker sollten besser verzichten

Wer auf den Genuss von Wein mit oben genannten Symptomen reagiert, sollte besser auf den guten Tropfen verzichten. Eine mögliche Alternative sind Bio-Weine, die Schwefeldioxid nur in sehr geringen Mengen enthalten. Weine, die völlig frei von Schwefeldioxid und Sulfiten sind, gibt es jedoch nicht. Der Grund liegt im Gärungsprozess, denn hierbei wird ebenfalls Schwefeldioxid gebildet. Wenn also das nächste Mal starke Kopfschmerzen die Folge des ausgedehnten Weinstraßenbesuchs sind, ist das möglicherweise auf zu viel Sulfite im genossenen Rebensaft zurückzuführen. Wer öfter empfindlich reagiert, muss beim Einkauf von Wein besonders gut aufpassen und das Etikett nicht nur hinsichtlich des Alkoholgehalts und des Geschmacks prüfen, sondern auch, wie viel Schwefeldioxid bei der Produktion zugesetzt wurden. Lassen sich die Symptome durch kluge Auswahl der Weine nicht abstellen, bleibt für viele leider nur der Verzicht.