Zahl der psychischen Erkrankungen steigt auf Rekordhoch - durch Stress im Job

ArmbanduhrDie Zahl der psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern steigt schon seit Jahren deutlich an und belastet in vielen Betrieben mittlerweile auch das Arbeitsklima. Vor allem für junge Menschen werden Stress, gesteigerte Mobilität und Erfolgsdruck zunehmend zu einem Problem, das sich nicht selten in schwerwiegenden psychischen Erkrankungen und Burnout-Erscheinungen äußert.

Psychische Erkrankungen: Was steckt dahinter?

Im Jahr 2012 lag die Zahl der Fehltage am Arbeitsplatz, die auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen waren, laut einer DAK-Studie bei durchschnittlich 33 Tagen. Das ist mehr als das Doppelte der Fehltage, die noch 1994 verzeichnet wurden. Den Grund dafür sehen Forscher und Psychologen zu einem wesentlichen Teil in der gesteigerten Erwartungshaltung, mit denen insbesondere junge Arbeitnehmer zu kämpfen haben. Termindruck, unregelmäßige Arbeitszeiten und das Gefühl, ständig Höchstleistungen bringen zu müssen, führen immer häufiger zu schwerwiegenden Krankheitserscheinungen; so machten Depressionen und andere psychische Erkrankungen 2012 bereits 13,6 Prozent der gesamten Krankheitsfälle aus. Daneben haben viele Menschen aber auch mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen, denn auch Unterforderung ist am Arbeitsplatz keine Seltenheit und kann ebenso zum Problem werden wie eine allzu hohe Erwartungshaltung. Mittlerweile beträgt die Zahl der Arbeitnehmer, die sich im Job unterfordert fühlen, fast 20 Prozent. Auch die gesteigerte Mobilität wird von vielen Menschen als erhebliche Belastung empfunden.

Ein psychologischer Test zeigt die Ursachen auf

Nicht nur die Betroffenen haben mit den Folgen stressbedingter Erkrankungen zu kämpfen, die von scheinbar grundlosen Schmerzen, Schlafstörungen und anderen körperlichen Symptomen bis hin zur chronischen Depression reichen. Auch für die Betriebe werden psychische Erkrankungen zunehmend zum Problem, denn die Ausfallzeit beträgt im Vergleich zu anderen Krankheitsfällen im Schnitt mehr als das Doppelte. Dabei werden psychische Erkrankungen nach wie vor nicht immer als ernstzunehmendes Problem erkannt; ein psychologischer Test, der Klarheit über die Ursachen der psychischen und körperlichen Symptome bringen kann, wird oftmals spät oder gar nicht durchgeführt. Dabei sind die Folgen sowohl für die Betriebe als auch für Krankenkassen und Patienten schwerwiegend, denn auch die Zahl der burnoutbedingten Frühverrentungen hat mittlerweile einen Rekordstand erreicht. So waren bereits im Jahr 2011 in über 40 Prozent der Fälle Depressionen oder andere psychische Erkrankungen für die Beantragung einer Erwerbsminderungsrente verantwortlich.