Palliativmedizin in Deutschland

-: I'm Still Mobile :-In Deutschland ist die Palliativpflege nicht so anerkannt und vorgeschritten wie sie es zum Beispiel in England ist. Das haben nun auch die Minister im Bundesgesundheitsministerium erkannt und erarbeiten nun Vorschläge und Forenrunden zur Verbesserung der versorgung von Palliativpflegeeinrichtungen und Hospizen. Die Palliativpflege wird in Deutschland oft aus juristischen, medizinischen oder sogar wirtschaftlichen Gründen beeinflusst oder teils behindert, bislang zumindest. Allerdings ist es immer noch so, dass viele Ärzte lieber so lange Behandeln wie es geht, doch ist eben dies nicht immer das, was die sterbenden Patienten wollen. Eine solche Handlung, zum Beispiel das Einsetzen einer Magensonde, verlängert das Leiden lediglich und ist somit nicht im Sinne der Patienten. Die Palliativpflege soll den Patienten eher die Möglichkeit geben, in Ruhe und Frieden zuhause zu sterben. Aktuell schafft das nur einer von vier Sterbenden.

Das Recht des Sterbenden

Wenn der Mensch erfährt, dass es keine Heilung für ihn gibt, denkt er oft darüber nach, was es noch in seinem Leben zu erledigen gibt. Dabei fallen einem oft die Familie, Freunde und andere unerledigte Dinge ein. Um sich auch nur über die wichtigen Dinge des verbleibenden Lebens Gedanken machen zu müssen, hat jeder unheilbar Kranker seit 2008 das Recht auf die Betreuung durch eine Spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Diese besteht aus einem Team von qualifizierten Ärzten, speziell ausgebildetem Pflegepersonal und einer „Koordinationskraft“, die den Patienten bei persönlichen Angelegenheiten unterstützt. Das wichtigste Recht, dass auch die Gerichte in Deutschland festgehalten haben, ist das Recht auf Selbstbestimmung. Das heißt, dass immer der Patient entscheidet, welche Behandlung er haben möchte, und welche unterlassen werden sollen. Dies mag in den Augen mancher Menschen eine aktive Sterbehilfe sein, jedoch ist es dies nicht, da das Gesetz die Ärzte explizit von einer Handlungspflicht frei spricht, wenn der Patient dies wünscht. Der Patientenwille ist heilig.

Leiden lindern und in Frieden sterben

Das Ziel der Palliativpflege ist es, das Leiden der Patienten zu verringern. Menschen, die die Palliativpflege in Anspruch nehmen, sind auf dem letzten Weg ihres Lebens. Daher ist es wichtig, ihnen die Reise so angenehm, schmerz- und angstfrei zu machen wie es nur geht. Lebensverlängernde Maßnahmen, die Ärzte normaler Weise verordnen, gehören nicht zum Behandlungsspektrum der Palliativpflege. Aktuell geht der Trend in die Richtung, dass der Wille des Patienten und dessen Wohlergehen die oberste Priorität haben. Zudem steht der Wille noch vor dessen Heilung und Krankheitsbekämpfung, sodass dem Wunsch endlich sterben zu können, nun nachgegeben werden kann. Doch viele Menschen haben Angst vor dem Sterben. Sie haben Angst davor Schmerzen zu erleiden oder das Gefühl ersticken zu müssen. Daher ist die medikamentöse Versorgung sehr wichtig.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet man zum Beispiel in einem Interview mit dem Autor Gian Domenico Borasio zu dem Thema Palliativpflege.